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Wie funktioniert ein Energiesparhaus?

Das Energiesparhaus ist hierzulande in aller Munde. In Zeiten des Klimawandels will jeder seinen Beitrag leisten, um die Umwelt ein wenig zu entlasten. Darüber hinaus lässt sich mit dieser Art von Haus im Laufe der Jahre viel Geld sparen, weil die Betriebskosten wesentlich niedriger sind als bei einer herkömmlichen Bauweise. Doch viele Menschen wissen mit dem Begriff Energiesparhaus nur wenig anzufangen. Was konkret ist eigentlich ein Energiesparhaus, wie ist die Funktionsweise und welche Vorteile bringt es mit sich? Hier gibt es die Antworten auf diese Fragen.

Worum handelt es sich bei einem Energiesparhaus?

Grundsätzlich geht es bei einem Energiesparhaus darum, den Aufwand und damit verbunden die Kosten für die Aufbereitung des Warmwassers und der Heizung zu reduzieren. Diese machen in Deutschland laut aktuellen Schätzungen rund 85 Prozent der gesamten Energiekosten eines Haushalts aus.

Die schlechte Nachricht zuerst: Es gibt keine verbindliche Definition für die Bezeichnung „Energiesparhaus“. In der Energiesparverordnung in Deutschland ist jedoch geregelt, wie hoch der Energiebedarf eines Hauses maximal sein darf. Diese Verordnung trat 2002 erstmals in Kraft und wurde seit diesem Zeitpunkt schon mehrfach verschärft beziehungsweise an die bestehenden EU-Regelungen angepasst. Für alle Bauherren, die ein Haus bauen oder sanieren möchten, ist die Energieverordnung verbindlich einzuhalten. Das bedeutet aber auch, dass grundsätzlich jedes Haus, dass die Normen erfüllt, als Energiesparhaus bezeichnet werden darf.

Die gute Nachricht: Im Laufe der Jahre haben sich unterschiedliche Arten von Energiesparhäusern entwickelt, die etwas mehr Verbindlichkeit in die Angelegenheit bringen und bei denen die Grenzwerte sehr genau definiert sind.

Welche Arten von Energiesparhäusern gibt es?

Zu den bekanntesten Arten von Energiesparhäusern zählen unter anderem:

  • Passivhäuser: Diese sind mit einer Wärmerückgewinnungsanlage ausgestattet und benötigen daher keine geläufige Heizung. Der Jahresheizbedarf liegt bei diesen Häusern bei maximal 15 Kilowattstunden.
  • KfW Effizienzhäuser: Bei dieser Art handelt es sich um förderfähige Energiesparhäuser. Je nach Effizienzhaus-Standard werden die Häuser mit einem Tilgungs- oder Investitionszuschuss in unterschiedlicher Höhe gefördert. Bei der Danhaus GmbH gibt es beispielsweise KfW-förderfähige Fertighäuser, mit denen der Wunsch vom Eigenheim preisgünstig und als künftige Altersvorsorge verwirklicht werden kann.
  • Niedrigenergiehäuser: So werden alle Häuser bezeichnet, die grundsätzlich deutlich weniger Energie benötigen, als in der Energiesparverordnung vorgesehen ist. Eine nähere Definition gibt es aber leider nicht.
  • Nullenergiehäuser: Dabei handelt es sich um Häuser, die sich völlig eigenständig mit der benötigten Energie versorgen.
  • Plusenergiehäuser: Diese Häuser sind die Steigerung der Nullenergiehäuser – sie gewinnen mehr Energie als sie selbst benötigen.
  • Sonnenhäuser: Darunter versteht man Gebäude, bei denen mindestens die Hälfte der Energie für die Heizung und das Warmwasser aus Solarenergie (mittels Solarkollektorflächen) gewonnen wird.

Wie funktioniert ein Energiesparhaus?

Der energieeffiziente Hausbau hat viele Facetten und es kommen unterschiedliche Techniken zum Einsatz, mit denen regenerative Energie genutzt werden kann.

Zu den bekanntesten Verfahren dieser Art zählt die Solarthermie. Dadurch kann die Sonnenenergie direkt in Wärmeenergie umgewandelt werden. Im Vordergrund steht hier die Nutzung für Warmwasser. Mit einer guten Dämmung des Hauses kann diese Energie aber auch zum Heizen verwendet werden.

Ein weiteres Verfahren, dass bei Energiesparhäusern zum Einsatz kommt, ist die sogenannte Geothermie. Dabei wird die Erdwärme aus tieferen Schichten der Erde mit einer Wärmepumpe in das Heizverteilungssystem des Hauses übertragen.

Zusätzlich zeichnen sich Energiesparhäuser durch einige besondere Merkmale aus: Sie haben eine hochwertige Isolierung und sind so abgedichtet, dass es zu keinen Wärmeverlusten kommen kann. Jede Wärmequelle im Haus soll zur Klimatisierung beitragen. Dazu gehören neben elektrischen Geräten wie dem Fernseher oder der Waschmaschine auch die Menschen, die darin leben.

Welche Vorteile bringt ein Energiesparhaus?

Die Bauweise als Energiesparhaus bringt grundsätzlich viele Vorteile und nur sehr wenige Nachteile mit sich. Die wichtigsten und entscheidenden Vorteile sind:

  • Es werden keine fossilen Brennstoffe benötigt. Es ist absehbar, dass diese Energievorräte in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten zur Neige gehen werden. Daher ist es schon jetzt sinnvoll, auf entsprechende Alternativen umzusteigen.
  • Der Einsatz erneuerbarer Energien ist entlastend für die Umwelt und trägt dazu bei, dass der Klimawandel in einem wesentlich geringeren Ausmaß voranschreitet als beim Einsatz herkömmlicher Heizmethoden.
  • Durch den Bau eines Energiesparhauses oder die Aufrüstung eines bestehenden Hauses lässt sich im Laufe der Jahre viel Geld sparen. Die Anschaffungskosten sind in der Regel zwar etwas höher, sie amortisieren sich aufgrund des niedrigeren Aufwandes für das Warmwasser und die Heizung jedoch schnell.
  • Zusätzlich werden die Häuser in Deutschland entsprechend den Energiestandards von der KfW Förderbank gefördert, womit interessante Bauzuschüsse möglich sind.

Die Nachteile halten sich dagegen in engen Grenzen. Zu berücksichtigen sind jedoch die folgenden Faktoren:

  • Ein Energiesparhaus verursacht anfangs höhere Investitionskosten.
  • Die Planung ist etwas aufwendiger und auch das technische Equipment ist kostspieliger.
  • Es gibt noch keine zuverlässigen Langzeiterfahrungen über die Lebensdauer mancher sich im Einsatz befindlichen Anlagen.
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