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Wäsche waschen – unser Ratgeber zum Waschtag

© Andrey Popov - Fotolia.com

Mehr als 95 Prozent aller deutschen Haushalte besaßen 2014 laut Statistischem Bundesamt eine Waschmaschine, so das Statistische Bundesamt. Die wenigen Menschen, die zum Beispiel in einer Studenten-WG aus finanziellen Gründen oder Platzmangel darauf verzichten, tun dies in der Regel nur vorübergehend und waschen ihre Wäsche in einem Waschsalon. Mit der Hand befreit wohl kaum noch jemand hierzulande seine Wäsche von Schmutz und Flecken.

Dabei sind nicht nur diejenigen, die das erste Mal aus dem Elternhaushalt in eine eigene Wohnung ziehen, oftmals überfordert mit dem richtigen Waschen. Auch manch einer, der schon seit zwanzig Jahren eine Waschmaschine besitzt, weiß nicht so genau, welche Temperatur er wann einstellen soll, wann ein Vollwaschmittel besser geeignet ist als ein Colorwaschmittel und welche Möglichkeiten er hat, um die Wäsche zu trocknen. In diesem Ratgeber beantworten wir diese und andere Fragen rund um das Waschen und Trocknen Ihrer Wäsche und geben Ihnen noch den einen oder anderen Geheimtipp mit auf den Weg, damit Ihre Kleidung wirklich sauber aus der Waschmaschine kommt und lange hält.

Welche Textilien werden wie gewaschen?

Es gibt Menschen, die grundsätzlich alle Textilien bei derselben Temperatur und mit demselben Waschmittel waschen. Das kann zur Folge haben, dass Kleidungsstücke plötzlich nicht mehr passen, Flecken nicht verschwinden und ein bedrucktes T-Shirt schon nach wenigen Waschgängen vollkommen verwaschen aussieht.

Wenn Sie solche und ähnliche negative Folgeerscheinungen vermeiden möchten, orientieren Sie sich möglichst an den Waschetiketten von Textilien. Darauf sind in der Regel die richtige Waschtemperatur und andere Informationen zum richtigen Waschen, Bügeln und Trocknen angegeben. Davon abgesehen gibt es einige grundsätzliche Regeln für verschiedene Textilien, die als Orientierungshilfe angesehen werden können.

 WaschtemperaturBesonderheiten
Shirts, Hosen, Hemden30 – 40 GradAm besten alles „auf links“ waschen
Unterwäsche, Handtücher, Bettwäsche60 GradBei leichter Verschmutzung genügen oft niedrigere Temperaturen
Textilien aus WolleMaximal 30 Grad (Etikett beachten!)Nur spezielles Wollwaschmittel wählen und in einem Woll- oder Handwaschgang waschen
Textilien aus SeideMaximal 30 Grad oder Handwäsche (Etikett beachten!)Seidenshampoo oder sanftes Wollwaschmittel verwenden; in der Waschmaschine Feinwaschprogramm wählen und Textilien in Waschsack stecken

Es gibt noch mehr Faktoren neben der Art des Materials, die entscheidend dafür sind, wie Sie bestimmte Textilien am besten waschen. Dazu gehört der Grad der Verschmutzung. Shirts, Hemden und Hosen, die keine sichtbaren Verschmutzungen aufweisen, sondern nur einen Körpergeruch ausströmen, können Sie mit nur 30 Grad waschen und weniger Waschmittel verwenden. Der Vorteil: Sie sparen Energie und Geld. Dies kommt zudem auch der Umwelt zugute

Ist ein Kleidungsstück dagegen stärker verschmutzt, kann es ratsam sein, mehr Waschmittel zu verwenden und im Zweifelsfall bei der maximalen Temperatur zu waschen, die auf dem Etikett vermerkt ist. Bei einer Jeans sind dies im Regelfall 40 Grad – empfindliche Textilien können jedoch auf 30 Grad begrenzt sein.

Allergiker sollten besonders darauf achten, Bettwäsche bei höheren Temperaturen zu waschen. Mittlerweile sind auch viele Daunendecken dafür geeignet.

Beachten Sie: Waschen Sie grundsätzlich mit niedrigen Temperaturen, setzt sich mit der Zeit ein Biofilm mit Keimen in Ihrer Waschmaschine ab. Lassen Sie das Gerät deshalb alle zwei Wochen einmal mit mindestens 60 Grad laufen. Diesen Waschgang können Sie gleich für Bettwäsche, Handtücher und Unterwäsche verwenden.

 

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Waschmittel und deren Verwendung

Auch eine sorgfältige Wahl des Waschmittels zahlt sich aus. Grundsätzlich gibt es Waschmittel in zwei Varianten:

  • Waschmittel in Pulverform und
  • Flüssigwaschmittel

Dabei bestätigten Tests in der Vergangenheit immer wieder, dass vor allem Vollwaschmittel in Pulverform (inklusive Tabs) effektiver gegen Flecken sind und Weiß besser erhalten als flüssige Vollwaschmittel. Außerdem sind sie umweltfreundlicher. Dagegen hinterlassen Flüssigwaschmittel keine weißen Rückstände auf Textilien, da sie keine Bleichmittel enthalten. Haben Sie sich für Pulver oder flüssiges Waschmittel entschieden, steht die nächste Wahl an. Diese sollte Ihnen jedoch nicht schwerfallen:

  • Vollwaschmittel sind für weiße Wäsche gedacht. Varianten in Pulverform enthalten Bleichmittel, die strahlendes Weiß möglichst lange erhalten und auch besonders effektiv gegen starken Schmutz sind. Sind farbige Textilien einmal besonders dreckig, können Sie zur Reinigung Vollwaschmittel verwenden. Langfristig laufen Sie damit jedoch Gefahr, dass Farben schneller verblassen. 
  • Waschmittel mit dem Aufdruck „Color“ sind für bunte Wäsche gedacht. Sie enthalten keine Bleichmittel und erhalten Farben länger. 
  • Wollwaschmittel sind speziell für Textilien aus Seide und Wolle entwickelt.

Daneben finden Sie im Handel auch Feinwaschmittel, die bunte Textilien besonders schonend und effektiv reinigen sollen, und Waschmittel speziell für weiße und schwarze Wäsche. Beide schnitten allerdings in Tests nicht besser ab als normale Color- oder Vollwaschmittel, obwohl sie oft deutlich teurer sind. Somit gehören Feinwaschmittel nicht zur Grundausstattung beim Wäschwaschen.

Im Regelfall genügt es also, wenn Sie drei Waschmittel zu Hause haben:

  • Vollwaschmittel
  • Colorwaschmittel
  • Wollwaschmittel

Wäsche waschen – was ist zu beachten?

Nach dem Waschen der Wäsche steht das Trocknen an und auch hier sorgt die Befolgung einiger einfacher Verhaltensregeln dafür, dass Ihre Textilien länger Ihr gutes Aussehen behalten:

  1. Nach dem Waschgang schnell zum Trocknen
    Lassen Sie die Wäsche nicht zu lange in der Waschmaschine liegen, da sie sonst einen unangenehmen Geruch annimmt und Sie sie gleich noch einmal waschen können. 
  2. Ist die Wäsche für den Trockner geeignet?
    Darüber hinaus Sie auf keinen Fall vergessen, einen Blick auf das Etikett jedes Kleidungsstücks zu werfen. Nicht alle Textilien sind für den Trockner geeignet. Shirts mit Aufdrucken und Jeans beispielsweise sollten besser gar nicht der großen Hitze ausgesetzt werden. Achten Sie außerdem darauf, das richtige Programm an Ihrem Trockner einzustellen. 
  3. Besteht eine gute Möglichkeiten zum Trocknen?
    Das Trocknen auf der Wäscheleine oder auf einem Wäscheständer gilt oftmals als langfristig besser für Ihre Wäsche und ist außerdem billiger. Zwar stellt sich nicht mehr jeder Wäschetrockner automatisch als Stromfresser dar. In der Regel benötigen die Geräte allerdings viel Energie und belasten so sowohl Ihren Geldbeutel als auch die Umwelt. Haben Sie also eine Möglichkeit, Ihre Wäsche auf dem Balkon oder im Garten aufzuhängen, sollten Sie diese auch ergreifen. 
  4. Nicht in der prallen Mittagssonne trocknen
    Achten Sie aber darauf, dass die Textilien nicht direkt der prallen Mittagssonne ausgesetzt sind und hängen Sie bunte Kleidungsstücke zum Trocknen am besten umgedreht auf – trocknen Sie sie also auf links. Manche Textilien sollten nur liegend getrocknet werden, da sie sonst durch das Eigengewicht aus der Form geraten. Dies ist in der Regel ebenfalls auf dem Etikett vermerkt. 
  5. Schimmelbildung beim Trocknen in Räumen vermeiden
    Für das Trocknen von Wäsche in geschlossenen Räumen ist es wichtig, für eine ausreichende Luftzirkulation zu sorgen. Der betreffende Raum sollte gut geheizt und mehrmals durchgelüftet werden. So verhindern Sie, dass sich Feuchtigkeit aus der Wäsche in Ihren Möbeln festsetzt und es eventuell sogar zu Schimmelbildung kommt. In vielen Wohnungen und Häusern gibt es auch eigene Trockenräume für das Trocknen von Wäsche. Mietern ist in solchen Fällen oft das Trocknen in den Wohnräumen untersagt, um Schimmelbildung vorzubeugen.
Übrigens: Auch im Winter trocknet Wäsche draußen auf der Wäscheleine, vor allem wenn ein Wind weht. Wählen Sie dafür aber am besten nur strapazierfähige Textilien aus.

 

© starush - Fotolia.com
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Fazit

Für manch einen ist das Wäschewaschen und Trocknen von Wäsche eine Wissenschaft für sich. Allerdings lässt sich diese Wissenschaft relativ leicht erlernen und dies lohnt sich auch für all diejenigen, die eine besondere Abneigung gegen Hausarbeit hegen. Die Befolgung einiger einfacher Regeln genügt schon für ein schönes Ergebnis.

Auch langfristig lohnt es sich, verschiedene Waschmittel zu verwenden und nicht alle Textilien bei derselben Temperatur zu waschen und danach im Wäschetrockner zu trocknen. So bleiben Farben länger frisch und Kleidungsstücke behalten länger ihre Form. Außerdem ist ein vernünftiges Waschen und Trocknen meist nicht nur billig, sondern auch umweltfreundlich. Es zahlt sich also auf voller Linie aus – auch für diejenigen, bei denen sich gerade wenig Geld in der Haushaltskasse befindet.

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