Home / Selbst gemacht / Tee selber machen – Tipps für Ihren persönlichen Teegenuss!

Tee selber machen – Tipps für Ihren persönlichen Teegenuss!

© rdnzl - Fotolia.com

In zahlreichen Kulturen ist die Herstellung, wie auch die Zubereitung von Tee eine philosophische Kunst mit langer Tradition. Auch in der Medizin spielt Tee mitunter eine wichtige Rolle, weshalb bestimmte Teesorten in keiner Hausapotheke fehlen dürfen. Nun muss guter Tee aber nicht zwingend im Supermarkt gekauft werden, denn zahlreiche Teekräuter und -früchte lassen sich wunderbar im eigenen Garten ziehen und in Eigenregie trocknen, wenn man nur weiß, wie. Lesen Sie deshalb nachstehend wichtige Infos rund ums Thema Tee und Teearoma, sowie nützliche Tipps zum Trocknen von Teepflanzen und deren Anbau im eigenen Garten.

Welche Kräuter eignen sich für Tee?

Auf dem Weg zum eigenen Tee gibt es einige Entscheidungen zu treffen. Allen voran ist es die Auswahl gewünschter Teekräuter, die je nach aromatischen Vorlieben unterschiedlich ausfallen kann und nicht immer leicht fällt. Immerhin ist das potentielle Angebot geeigneter Gewächse zur Zubereitung von Tee schier unendlich. Von Baumrinden und Baumfrüchten über heilsame Kräuter, bzw. deren Blüten, Blätter und Wurzeln, bis hin zu Strauchbeeren lässt sich eine Vielzahl von Pflanzen bzw. Pflanzenteilen trocknen und zu Tee weiterverarbeiten. Nicht wenige Teepflanzen gedeihen dabei unscheinbar im heimischen Garten, wie die nachstehende Übersicht zu verschiedenen Formen von Tee zeigt:

Früchtetees

© sunnychicka - Fotolia.com
© sunnychicka – Fotolia.com

Der Geschmack von Früchtetee ist sehr vielseitig und abhängig von den jeweiligen Fruchtkomponenten. Während Kern- und Steinobst Tee meist ein fruchtig-frisches oder saftiges Aroma verleiht, besitzt aus Beeren aufgebrühter Tee eher eine mild-herbe Note. Eine Heilwirkung ist bei zahlreichen Früchtetees ebenfalls vorhanden. Gerade Beerenfrüchte sind aufgrund ihres hohen Anteils an Vitaminen und Antioxidantien von großer medizinischer Bedeutung. Hier eine kleine Auswahl an Früchten für Ihren Tee:

Apfel (auch als Blütentee denkbar)Holunder (auch als Blütentee denkbar)
AnisJohannisbeere
AroniaKirsche (auch als Blütentee denkbar)
BrombeereOrange
ErdbeerePflaume
FenchelSanddorn
Hagebutte (auch als Blütentee denkbar)Wacholder
HeidelbeereWeißdorn
HimbeereZitrone

 

Blätter-, Blüten- und Kräutertees

Zur Herstellung von Tee auf Kräuterbasis werden zumeist Blüten oder Blätter eines Krautes verwendet. Diese zeichnen sich in aller Regel durch einen sehr individuellen, intensiv würzigen Geschmack aus, der häufig auf einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, Harzen und Bitterstoffen der Kräuter zurück zu führen ist. Besondere Kräuter, wie etwa Zitronenmelisse oder Katzenminze bringen zudem erfrischend fruchtige Zitrusnoten in einen Tee. Sofern Blüten als Teekräuter verarbeitet werden, ist daneben auch ein blumiges Aroma denkbar. Wie beim Früchtetee aufgezeigt, stammen dabei diverse Blütenkräuter von Pflanzen, deren Früchte Sie ebenfalls trocknen und zu Tee verarbeiten können. Einige Beispiele für besonders aromatische Teekräuter, -blüten und -blätter sind folgende Pflanzen:

ArnikaLöwenzahn
BeifußMalve
BeinwellMelisse
BrennnesselMinze
EukalyptusPfefferminze
HibiskusRingelblume
JohanniskrautRooibusch
KamilleRose
KatzenminzeRosmarin
KümmelSalbei
LavendelSchafgarbe
LindeZitronenmelisse

Rinden- und Wurzeltees

Das Aroma von Tee aus Pflanzenrinden und -wurzeln ist meist äußerst geschmacksintensiv und reicht von scharf-würzig bis herb-bitter. Wenn Sie Rinden und Wurzeln geeigneter Pflanzen aus Ihrem Garten zu Tee verarbeiten, hat dies einige Vorteile. Zum einen verspricht die hohe Konzentration an Inhaltsstoffen der besagten Pflanzenteile in manchen Fällen eine bessere Heilwirkung. Zum anderen verfügen Wurzeln bisweilen über eine besondere Geschmacksintensität, die durch das richtige Trocknen noch intensiviert wird. Ein gutes Beispiel hierfür ist Ingwer. Sowohl seine Heilwirkung, als auch sein unvergleichlicher Geschmack lassen zur Herstellung von Tee nur durch die Verarbeitung getrockneter Wurzeln nutzbar machen. Besonders häufig zu Tee verarbeitete Rinden und Wurzeln liefern neben Ingwer aber auch folgende Gewächse:

BaldrianGinseng
BibernelleIngwer
Birke (auch als Blütentee denkbar)Wegwarte
EicheWeide
GinkgoZimt

Bauen Sie Kräuter für Ihren Tee einfach selbst im Garten an

© cirquedesprit - Fotolia.com
© cirquedesprit – Fotolia.com

Abzugrenzen sind die aufgezeigten Teepflanzen von der Echten Teepflanze (Camellia sinensis). Wie der Name erahnen lässt, gehört dieses Teestrauchgewächs zur Gattung der Kamelien und stammt ursprünglich aus Asien. Das Aroma der Teepflanze grenzt sich stark von anderen, zu Tee verarbeitbaren Pflanzen ab, denn Camellia sinensis enthält hohe Anteile an Koffein. Ein weiterer Unterschied zu anderen Teekräutern ist, dass die Echte Teepflanze überwiegend in tropischen bis subtropischen Höhenlagen gedeiht und sich bei uns folglich kaum als Komponente für selbstgemachten Tee im Garten kultivieren lässt.

Hierzulande besser für einen Anbau im Garten geeignet sind vor allem Teekräuter wie Kamille, Salbei, Zitronenmelisse, Pfeffer- und Katzenminze. Sie kommen mit mitteleuropäischen Klimaverhältnissen am besten zurecht und können selbst von Anfängern auf dem Gebiet der Teeherstellung leicht im Garten gezogen werden. Auch Früchte wie Äpfel, Hagebutten, Kirschen, und die meisten Beerenfrüchte lassen sich wunderbar im Garten anbauen und zu Tee verarbeiten, auch wenn ihre Aufzucht bisweilen etwas mehr Geschick erfordert als der Kräuteranbau.

Neben den individuellen Standortkriterien im Garten ist in Sachen Teefrüchte und -kräuter aber auch die richtige Pflege fürs finale Teearoma entscheidend. So profitiert Tee aus Kräutern wie Lavendel oder Salbei, die einen hohen Anteil ätherischer Öle aufweisen, von einem sonnigen Standort im Garten, sowie moderaten Wassergaben während der Aufzucht. Pflanzen mit weniger ätherischen Ölen, zum Beispiel Kamille, Brennnessel oder Zitronenmelisse, bevorzugen dagegen eine etwas üppigere Wasserzufuhr und sollten im Garten keiner dauerhaften Vollsonne ausgesetzt sein, wenn sie aromatisch kraftvoll bleiben sollen.

Anbautipp für Ihren selbstgemachten Tee: Wenn Sie in Ihrem Garten mehrere Teekräuter mit unterschiedlichen Standort- und Pflegeansprüchen nebeneinander pflanzen möchten, bietet sich die Gestaltung einer mehrstufigen Kräuterspirale oder Kräuterpyramide an. Kräuter mit hohem Wasserbedarf werden hier im unteren Bereich des Stufenbeetes angesiedelt, wo sie überschüssiges Gießwasser von oben auffangen können. Pflanzen mit einem geringen Wasserbedarf und einer Vorliebe für sonnige Standorte setzen Sie dagegen ganz oben in die Spirale bzw. Pyramide. Hier haben die trockenheitsliebenden Sonnenanbeter einen hervorragenden Wasserablauf und profitieren von der direkten Lichteinstrahlung.

 

Kräuter trocknen – kein Schaden fürs Aroma!

Ernten sollten Sie Kräuter und Früchte in Ihrem Garten für Ihren selbstgemachten Tee am besten im Frühling oder Frühsommer. Zu dieser Zeit sind Blüten, Blätter und andere Pflanzenteile besonders reich an Vitaminen, Nähr- und Inhaltsstoffen, was dem späteren Tee geschmacklich und heiltechnisch natürlich zu Gute kommt. Entnehmen Sie aber nur gesunde, unbeschädigte und ungespritzte Pflanzenteile, um Verunreinigungen im Tee zu vermeiden.

    1. Schritt zum eigenen Tee – Kräuterernte säubern: Vor dem Trocknen müssen Sie die gesammelten Kräuter gut waschen, um etwaigen Schmutz zuverlässig zu entfernen. Anschließend werden die Pflanzenteile für etwa einen Tag zunächst auf einer Küchenrolle oder einem Leinentuch ausgelegt, um sie von außen zu trocknen.

 

    1. Schritt zum eigenen Tee – richtigen Trockenraum wählen: Nach dem Reinigungsvorgang geht es für Ihre Teezutaten an einen kühlen, dunklen und trockenen Ort im Haus. Etwas Sonnenlicht und Wärme schadet zwar nicht, zu viel davon führt allerdings zu einem nachhaltigen Nährstoff- und Aromaverlust, der für die Zubereitung von Tee definitiv unerwünscht ist. Darüber hinaus sollte das Zimmer regelmäßig gelüftet werden, um Schimmel an den Pflanzen vorzubeugen.

 

    1. Schritt zum eigenen Tee – Kräuterernte trocknen: Für den Trockenvorgang selbst stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

Variante 1: Kräuter zum Trocknen aufhängen

Binden Sie die Kräuter für Ihren selbstgemachten Tee in einem Strauß zusammen und befestigen Sie diese an einer gespannten Schnur oder Leine. Die Variante ist vor allem für ganze Pflanzenstängel geeignet und kann problemlos für das zeitgleiche Trocknen mehrerer Teekräuter verwendet werden.

 

Variante 2: Kräuter zum Trocknen auslegen

Wenn Sie einzelne Blüten, Blätter, Früchte oder Fruchtscheiben für ihre Teemischung trocknen möchten, oder keinen geeigneten Platz für das Spannen einer Schnur haben, ist es ratsam, die Zutaten für Ihren selbstgemachten Tee auf einem Gitter (z.B. Ofenrost) auszulegen. Denken Sie aber daran, die Pflanzenteile nicht übereinander zu legen und das Gitter so zu platzieren, dass auch von unten etwas Luft an die Gewächse gelangt. Die Abdeckung des Gitters mit einem Tuch kann zudem helfen, die Pflanzen vor übermäßiger Lichteinstrahlung zu schützen. Auf diese Weise wird der Tee gelegentlich noch aromatischer.

 

    1. Schritt zum eigenen Tee – Teekräuter lagern: Je nach dicke der Pflanzen dauert der Trocknungsvorgang für gewöhnlich zwischen drei und sieben Tagen. Sobald die Kräuter und Früchte rascheln und ihre Stängel leicht zu brechen sind, können sie zur Aufbewahrung in entsprechende Gefäße abgefüllt werden. Aufbewahrungsgefäße sollten in diesem Zusammenhang luftdicht sein, damit das Aroma bis zum Aufbrühen des Tees nicht entweicht.

 

  1. Schritt zum eigenen Tee – Teekräuter zubereiten: Eine perfekte Zubereitung von Tee erreichen Sie dann, wenn Sie Ihre getrockneten Kräuter im Teesieb oder Teeei aufgießen und den Sud maximal 10 Minuten lang ziehen lassen. Im Übrigen lassen sich getrocknete Kräuter nicht nur zum Aufbrühen von Tee, sondern auch zur Herstellung von Ölauszügen, Tinkturen oder Salben verwenden.

Verfeinerungsmöglichkeiten für selbstgemachten Tee

Selbstgemachter Tee lässt sich saisonabhängig mit einer Vielzahl an geschmacklichen Ergänzungen verfeinern. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Prise Zimt und etwas frisch gepresstem Orangensaft zu Weihnachten? Auch gezuckerter Ingwer, Kandis und Honig verleihen Ihrem Tee das gewisse etwas, wobei Sie mit Ingwer sparsam umgehen sollten, da der Tee sonst womöglich zu scharf wird. Ebenso ist die Kombination von Kräutern zu verschiedenen Verwendungszwecken möglich.

Soll zum Beispiel eine Erkältung rasch ausgeheilt werden, empfiehlt sich als Tee eine Mischung aus klassischen Erkältungskräutern wie Pfefferminze, Melisse und Salbei. Für einen Tee gegen Entzündungskrankheiten wie Blaseninfektion oder Zahnfleischentzündung ist dagegen eine Mischung aus entzündungsstillenden Kräutern wie Aronia, Brennnessel, Lavendel und Johanniskraut ratsam. Zitronenmelisse und Katzenminze eignen sich aufgrund ihres zitronig-fruchtigen Geschmacks für erfrischende Teegetränke im Sommer. Hier empfehlen wir, den Tee kalt zu servieren, damit die sommerliche Hitze erträglicher wird.

Fazit

Tee selbst herzustellen ist eigentlich nicht schwer. Je nachdem, ob Sie einen fruchtigen, würzigen oder herben Geschmack bevorzugen sollten Sie dabei entweder Kräuter, Früchte, Blätter, Blüten oder Wurzeln aus dem Garten bzw. Freiland zurück greifen, die für die Zubereitung von Tee geeignet sind. Wer seinen selbstgemachten Tee drüber hinaus originell verfeinern möchte, der kann ein wenig mit klassischen Teegewürzen wie Zimt, Honig, Kandis oder Ingwer experimentieren. Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall viel Spaß bei der Teeherstellung und natürlich bei der Verkostung eigens kreierter Rezepte!