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Multiplexplatten: Die kleinen Wunderwerke am Bau

Fast jeder Handwerker hat sie schon einmal verwendet. Die Holzplatten mit der typischen gestreiften Maserung im Querschnitt sind so vielseitig einsetzbar, dass sie sowohl in der Industrie, dem Modell-, Messe- und Möbelbau sowie bei Heimwerkern immer gern zum Einsatz kommen. Unter dem Namen Multiplexplatte ist diese Sonderform der Sperrholzplatte im Handel erhältlich und heiß begehrt.

Stabil in der Beschaffenheit, flexibel im Einsatz

Für Multiplexplatten wird der natürliche Werkstoff Holz verwendet, was sie in Optik und Haptik besonders hervorhebt. Wie man beispielsweise bei den Multiplexplatten von Toom sehr gut erkennt, nutzen die Hersteller vor allem Birke als Grundmaterial, aber auch Buche, Fichte und Ahorn kommen zum Einsatz. Doch ihre Stärke und Stabilität erhalten die Multiplexplatten aufgrund der Art der Verarbeitung dieser Werkstoffe. Hierbei werden Furnierlagen mit einer Stärke von 0,8 mm bis 2 mm schichtweise miteinander verleimt. Mindestens 5 Lagen muss eine Multiplexplatte aufweisen, maximal 35 sind möglich. Der Clou bei der Herstellung der Platten stellt das Verleimen der kompletten Lagen unter hohem Druck dar, wobei die einzelnen Furnierplatten in der Maserung jeweils um 90° gedreht werden. Aufgrund der Schichtweise sowie dem unterschiedlichen Verlauf der Maserung erhält die Multiplexplatte eine ausgezeichnete Formstabilität. Sie zeichnet sich dementsprechend durch eine hohe Belastbarkeit und Festigkeit aus. Diese Produkteigenschaften kreieren unzählige Einsatzgebiete für die Multiplexplatte und machen sie zu einem beliebten Werkstoff im Möbelbau, dem Messe- sowie Modellbau als auch bei Hobby-Handwerkern.

Vielseitige Oberflächenbehandlung möglich

Natürlich spricht die Holzoberfläche einer Multiplexplatte rein optisch betrachtet für sich. Doch sie lässt sich ohne weiteres hervorragend mit einer Grundierung und Lack versiegeln bzw. mit Öl behandeln. Ebenso weit verbreitet ist beispielsweise im Möbelbau das Aufbringen von Furnieren auf eine Multiplexplatte. Darüber hinaus sind spezielle Phenolharzbeschichtungen möglich, die die Einsatzgebiete deutlich erweitern. Wie bei anderen Holzprodukten auch spielt die Frage der Qualität der Oberfläche eine wichtige Rolle. A-Qualität punktet mit einer astfreien Decklage sowie einer gleichmäßigen Optik ohne gravierende Farbunterschiede. Grundsätzlich hängt es von der Art der Verleimung ab, inwieweit die Multiplexplatte im Innenraum, dem Feuchtraum bzw. auf frei bewetterten Außenflächen zum Einsatz kommen kann. Am häufigsten verbreitet sind selbstredend Multiplexplatten für den Innenausbau. Sie verfügen über die Kennzeichnung IF-20 Verleimung. Sollen sie in Feuchträumen, wie etwa dem Badezimmer oder der Küche Anwendung finden, werden Platten mit einer IF-67 Verleimung benötigt. Außeneinsätze bedürfen einer besonderen IF-100 Verleimung.

Tipp: Multiplexplatten dürfen nicht mit herkömmlichen Tischlerplatten verwechselt werden. Letztere bietet der Handel auch unter dem Namen Stabsperrholz an. Bei Tischlerplatten handelt es sich um parallel angebrachte Holzstäbe, welche beidseitig quer mit einer Deckplatte verleimt werden. Tischlerplatten sind wesentlich leichter als Multiplexplatten und können im Gegensatz zu dazu nicht für tragende Bauteile eingesetzt werden.

Fazit: Mulitplexplatten zeichnen sich durch eine sehr hohe Formstabilität und Biegesteifigkeit aus. Ihre vielseitigen Einsatzmöglichkeiten werden durch ihre besondere Verarbeitungsart begründet. Hierbei fügen die Hersteller mehrere Lagen Furnierholz unter starkem Druck mit Spezialleim zusammen, wobei die Mittellagen immer in der Faserrichtung variieren. Multiplexplatten lassen sich hervorragend verarbeiten. Man kann sie fräsen, sägen oder mit unterschiedlichen Materialien versiegeln.

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