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Schimmel in den Kellerräumen – was kann man dagegen tun?

Schimmel ist in vielen Häusern ein oft unterschätztes Problem. Ein Bereich, der besonders gefährdet ist, ist der Keller. Leider ist Schimmel nicht nur ein rein optisches Problem, sondern auch äußerst gesundheitsgefährdend. Die giftigen Sporen, welche durch die Luft zirkulieren, werden von uns Menschen eingeatmet. Die Folgen davon können brennende und trockene Augen, Atemprobleme, Allergien und bronchiale Beschwerden sein. Deshalb ist es wichtig, bei Schimmelbefall umgehend zu handeln. Wir zeigen, wie man richtig gegen Schimmel im Keller vorgehen kann.

Schimmel im Keller – wo kommt er her?

Es gibt viele Gründe, warum Schimmel im Keller entsteht. Die robusten Sporen können auf jedem Untergrund gedeihen – alles, was sie dafür benötigen, ist ein feuchtes Klima , denn dann können sie sich rasant ausbreiten. Beträgt die Luftfeuchtigkeit im Mauerwerk mehr als 75 % und liegt auch die Luftfeuchtigkeit bei einem Wert von mindestens 60 %, ist die Schimmelgefahr besonders hoch. Hier gilt es zunächst, die Feuchtigkeit zu verringern, damit der schädliche Pilz keine Chance hat.

Eine weitere häufige Ursache ist falsches Lüften: Herrscht in den Kellerräummen stets eine hohe Luftfeuchtigkeit, ist diese nicht selten durch mangelndes oder falsches Lüften bedingt. Natürlich sind die Temperaturen im Keller meist niedriger als in Wohnräumen. Dies führt zur Kondensation, da die kühle Luft nicht so viel Feuchtigkeit speichern kann als warme Luft. Die Feuchtigkeit schlägt sich dann auf dem Mauerwerk nieder und bietet optimale Wachstumsbedingungen für Schimmel.

Ideal ist daher, wenn ein Kellerraum beim Bau von vorneherein mit einem Fenster ausgestattet wird. Ist dieses nicht vorhanden, bietet es sich an, einen Luftentfeuchter zu installieren. Dieser kann die Gefahr der Schimmelbildung verringern und auch einer Ausbreitung eines bereits vorhandenen Befalls entgegenwirken. Moderne Luftentfeuchter sind mit einem Sensor ausgestattet, der von selbst erkennt, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist. Dann schaltet sich das Gerät automatisch ein und balanciert die Luftfeuchtigkeit wieder auf ein normales Niveau aus. Ein weiterer Faktor, der eine hohe Luftfeuchtigkeit im Keller begünstigt, ist zudem das Trocknen von Wäsche. Hängt man häufig nasse Wäsche auf die Leine, verdunstet die Feuchtigkeit in der Luft und erhöht somit die Schimmelgefahr.

Weitere mögliche Ursachen für Schimmel in den Kellerräumen

Es kommt häufig vor, dass sich Schimmel im Keller entwickelt, weil das Mauerwerk feucht ist. Wenn Feuchtigkeit durch die Mauer in den Keller gelangt, kann dies verschiedene Gründe haben. Am besten ist es, alle möglichen Faktoren zu überprüfen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Vielleicht handelt es sich um eine defekte Dachrinne, welche die Mauer dauerhaft feucht hält, so dass sie nie trocknen kann. Gerade bei Altbauten ist dies oft der Fall, denn hier gibt es bei vielen Häusern noch keine das Haus umlaufende Drainage. Dann muss das Wasser über die Fassade in die Erde ablaufen und sammelt sich unter Umständen an diversen Stellen am Mauerwerk. Hier ist es wichtig, den „wunden Punkt“ umgehend zu beheben, sobald man ihn gefunden hat. Am besten ist der Bau einer effizienten Drainage, um Regenwasser schnell und sichere abzuleiten.

Weiterhin kann es passieren, dass eine defekte Wasserleitung ein Grund für eine plötzliche Schimmelbildung im Keller ist. Tropfende Wasserhähne sollten möglichst sofort repariert werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich mehrere Geräte im Keller befinden, die einen Wasserzulauf besitzen – wie beispielsweise die Waschmaschine oder der Trockner. Ist hier eine Leitung defekt, muss diese umgehend geflickt werden, denn es kann sich schon nach wenigen Wochen Schimmel bilden. Es lohnt sich, nach einem Wasserrohrbruch in den Kellerräumen eine nachträgliche Isolierung der Leitungen anzubringen.

Schimmelbefall im Keller – was kann man dagegen tun?

Ist der Keller bereits von Schimmel befallen, gilt es, diesen schnellstmöglich zu beseitigen. Dabei genügt es natürlich nicht, den Schimmel oberflächlich abzuwischen oder mit chemischen Reinigungsmitteln beseitigen zu wollen. Meist ist die Behandlung durch Fachleute unumgänglich – allein schon, um zu verhindern, dass sich der Pilz nicht noch weiter ausbreitet und das Mauerwerk angreift. Zwar gibt es inzwischen eine Vielzahl an Produkten gegen Schimmel im Handel, doch diese sollten nur bei geringem Befall mit wenigen Zentimetern Durchmesser angewendet werden. Ist der Befall bereits weiter fortgeschritten, sollte man sich direkt an einen Experten wenden, der sich um die Beseitigung kümmert.

Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, Kellerfenster grundsätzlich geschlossen zu lassen und die Räumlichkeiten in regelmäßigen Abständen stoßzulüften, damit überschüssige Feuchtigkeit nach außen entweichen kann. Nicht zuletzt werden auf diese Weise muffige Gerüche im Keller beseitigt, die sich oft schnell auf frisch aufgehängte Wäsche übertragen können. In den Sommermonaten ist es besser, Wäsche auf dem Balkon oder im Garten zu trocknen.

Herrschen draußen Temperaturen von zwischen 5 und 10 Grad Celsius, ist dies eine ideale Voraussetzung für ein „Austrocknen“ des Kellers. Dann ist es kein Problem, wenn die Fenster länger gekippt sind – auch, wenn es draußen regnet. Vorsicht: Bei Nebel sollte das Fenster lieber geschlossen bleiben, denn dieser enthält natürlich viel Feuchtigkeit, die ins Haus oder auch in ein Lager gelangen kann.

Schimmel in den Kellerräumen – was kann man dagegen tun?
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