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Home Office: Hoher Druck oder mehr Freiheit?

Das Team der „Dark Horse Innovation“, einer Unternehmensberatung, ist nur sehr selten vollzählig anzutreffen – einmal in der Woche gibt es eine Strategiesitzung, ansonsten arbeitet der Großteil der Mitarbeiter von Zuhause aus.

Die „Dark Horse Innovation“ setzt sich aus 30 Gründern zusammen. Hier gibt es Ingenieure, studierte Sozial- wie Kommunikationswissenschaftler, Designer, Architekten, Betriebswirte wie auch Philosophen. Begonnen hat alles im Aufbaustudiengang der School of Design Thinking am Hasso Plattner-Institut in Potsdam. Denn hier hat man eine „andere Herangehensweise“ kennengelernt, die keine Ähnlichkeit mit dem klassischen Arbeitsalltag hat. Es gibt etwa keine Anwesenheitspflicht und keine festen Arbeitszeiten. Während der eine oder andere Arbeitgeber hier wohl die Angst vor einer aufkommenden Anarchie hätte, beweisen die Mitarbeiter der Unternehmensberatung, dass man auch ohne Vorschriften und Zwang Produkte, Geschäftsmodelle wie neue Strategien entwickeln kann.

In der Regel bieten die großen Unternehmen Home Office an

Die „Dark Horse Innovation“ hat den Mitarbeitern eine neue Freiheit geschenkt – und ist damit nicht alleine. Immer mehr Firmen liebäugeln mit flexiblen Arbeitsmodellen. Angefangen haben natürlich die großen Unternehmen – beispielsweise Microsoft und Virgin. So gibt es bei Microsoft keine Anwesenheitspflicht mehr; bei Virgin gibt es ein unbegrenztes Urlaubskontingent.

Dass natürlich jetzt auch kleinere Unternehmen die Möglichkeit anbieten, dass man auch von daheim seiner Arbeit nachgehen kann, hat sehr wohl einen Grund: Denn man hat erkannt, dass sich die Mitarbeiter mehr Eigenverantwortlichkeit wie Flexibilität wünschen, um sodann Beruf wie das Privat- und Familienleben besser miteinander kombinieren zu können.

Doch sind Mitarbeiter, die im Home Office arbeiten, tatsächlich motivierter und glücklicher? Ja – sofern der Mitarbeiter a) überhaupt von daheim aus seiner Arbeit nachgehen will und b) den entsprechenden Platz hat. Denn oftmals sind es Platzprobleme in den eigenen vier Wänden, warum man sich innerhalb kürzester Zeit wieder nach seinem Büro sehnt. Oder die Mitbewohner – denn es mag gar nicht so einfach sein, in einer Wohnung mit zwei Kindern in Ruhe seinen Job erledigen zu können.

Kommt jetzt das Recht auf Home Office?

Wenn in der Politik vom „Recht auf Home Office“ gesprochen wird, stößt das nicht unbedingt immer auf Zustimmung. Denn einerseits gibt es noch immer genügend Arbeitnehmer, die gar nicht von daheim ihrer Arbeit nachgehen wollen – andererseits gibt es auch einige Arbeitgeber, die sich nicht vorstellen können, den Mitarbeitern mehr Freiheiten zu schenken.

Letztlich mag das Home Office zwar einige Vorteile bringen, jedoch sind die Schattenseiten nicht zu ignorieren. Denn Home Office ermöglicht nicht immer mehr Freiheit, sondern erhöht mitunter auch den Druck. Das heißt, die ständige Erreichbarkeit kann ein Problem sein – vor allem dann, wenn das der Arbeitgeber zu seinen Gunsten ausnutzt. Und wer dann noch in seiner Freizeit arbeitet, um das eine oder andere Projekt fertig zu bekommen, der muss sich selbst eingestehen, dass man weit weg von einer besseren Lebensqualität ist.

Freizeit und Beruf dürfen sich nicht vermischen – wichtig ist, dass eine Trennlinie bleibt. Nur so kann mehr Freiheit entstehen, die dann auch die Lebensqualität verbessert. Weil wer nicht Tag für Tag ins Büro fahren muss, der hat weitaus mehr Zeit für sich und seine Familie.

Klare Regeln schaffen

Natürlich kann man auch auf selbständiger Basis von daheim seinem Job nachgehen. Wer etwa über The News Spy mit Kryptowährungen tradet, der braucht keinen Chef um Erlaubnis fragen, ob er diese Tätigkeit auch von daheim ausüben darf – auch Texter wie Webdesigner können in Eigenregie von Zuhause arbeiten.

Wichtig ist nur, dass man sich hier von Anfang an klare Regeln setzt: Das heißt, man sollte fixe Arbeitszeiten festlegen und nicht immer nebenbei seiner Arbeit nachgehen – also jetzt fünf Minuten, dann eine kurze Pause einlegen, um dann wieder 20 Minuten zu arbeiten. Denn wer einen Partner oder Kinder hat, der muss hier ganz klar definieren, wann gearbeitet wird und wann nicht. Nur so kann man verhindern, stets gestört zu werden – und es ist gar nicht so einfach, zu akzeptieren, dass der Partner körperlich anwesend ist, aber dennoch nicht zur Verfügung steht.

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